Wie Kunststoffe den Weg in die Kreislaufwirtschaft finden können
Ein aktueller Bericht des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission bietet einen detaillierten Blick auf die Kunststoffströme in der EU und deren Umweltauswirkungen. Die Analyse zeigt: Trotz Fortschritten im Recycling werden die meisten Kunststoffe in Europa weiterhin verbrannt oder deponiert – nur etwa ein Fünftel gelangt tatsächlich zurück in den Kreislauf.
Im Jahr 2022 verbrauchte die EU 62,8 Millionen Tonnen Kunststoff, das entspricht rund 140 Kilogramm pro Person. Produktion und Nutzung verursachten mehr als 252 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen. Wäre die Kunststoffwirtschaft ein eigener Staat, wäre sie der fünftgrößte Emittent in der EU. Verpackungen erreichen mit etwa 35 Prozent Recyclingquote vergleichsweise bessere Werte, während andere Bereiche wie Textilien mit nur 1,5 Prozent weit zurückliegen.
Der JRC-Bericht nennt mehrere zentrale Ansätze, um den ökologischen Fußabdruck von Kunststoffen zu verringern. Dazu gehören ein verstärkter Einsatz biobasierter Kunststoffe, insbesondere im Verpackungssektor, eine effizientere Sammlung und Sortierung zur Verringerung von Verlusten in die Umwelt sowie die Kombination von mechanischem und chemischem Recycling, um auch schwer verwertbare Ströme in den Kreislauf zurückzuführen.