Bericht des Wuppertal-Instituts zeigt Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe kann Menschenrechte stärken
Die Auswirkungen von Kunststoffverschmutzung reichen weit über Umwelt- und Klimafragen hinaus und betreffen auch grundlegende Menschenrechte. Ein aktueller Bericht des Wuppertal-Instituts, der im Auftrag des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) veröffentlicht wurde, untersucht die Zusammenhänge zwischen linearen Kunststofflieferketten, Kreislaufwirtschaft und menschenrechtlichen Auswirkungen.
Die Analyse zeigt, dass die heute vorherrschenden linearen Kunststofflieferketten zahlreiche soziale und ökologische Risiken mit sich bringen. Besonders betroffen sind Beschäftigte entlang der Lieferketten, lokale Gemeinschaften sowie vulnerable Bevölkerungsgruppen im Globalen Süden. Beeinträchtigt werden unter anderem die Rechte auf Gesundheit, sauberes Wasser, Nahrung, menschenwürdige Arbeit sowie auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt.
Gleichzeitig verdeutlicht der Bericht, dass eine konsequent umgesetzte Kreislaufwirtschaft das Potenzial besitzt, diese Belastungen deutlich zu reduzieren. Durch eine geringere Nachfrage nach Primärkunststoffen, eine längere Nutzung von Produkten sowie leistungsfähige Wiederverwendungs- und Recyclingsysteme können Ressourcen geschont, Umweltbelastungen verringert und zusätzliche Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten geschaffen werden. Die Autorinnen und Autoren weisen jedoch darauf hin, dass sich positive soziale Effekte nicht automatisch einstellen. Damit der Übergang zu einer zirkulären Kunststoffwirtschaft tatsächlich zu einer Verbesserung der Menschenrechtssituation beiträgt, müssen soziale Aspekte und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten von Beginn an in politische Maßnahmen, Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten integriert werden.
Der Bericht liefert damit einen wichtigen Beitrag zur internationalen Debatte über nachhaltige Kunststoffsysteme und verdeutlicht, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ein Instrument des Ressourcen- und Klimaschutzes ist, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Menschenrechte leisten kann.
Online verfügbar unter: https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/cfi-subm/2026/352-study-hrc-advisory/subm-study-hrc-advisory-acad-comm-2-wuppertal-institut-climate-enviro-nergy.pdf
Quelle: Sebis, G., & Hullmann, C. (2026). A Circular Plastics Economy and Human Rights: Circularity as Potential Lever to Prevent and Mitigate Human Rights Risks in Plastics Supply Chains. Wuppertal Institute.